Die Verbreitung des Internets ist in den letzten Jahren rasant angestiegen und somit nimmt auch die Zahl der Internetpräsenzen - der sog. Websites stetig zu. Mittlerweile dürfte es kaum ein Produkt, Dienstleistung oder Informationsquelle geben, das auch nicht in dem weltgrößten aller Netze zu finden wäre. Dies alles zwar sehr zur Freude des Verbrauchers oder allgemein des interessierten Surfers, aber was nützt der schönste Webauftritt, das interessanteste Angebot, wenn diese im Dickicht der Millionen und Abermillionen von Websites gar nicht erst gefunden werden?
Zwar wurde schon vor Jahren mit dem Einrichten diverser Suchmaschinen eine erste Abhilfe geschaffen, aber auch diese sind aufgrund der Technologie, auf welcher sie basieren, schon längst überfordert. Sucht der User zum Beispiel mittels einer (allgemeinen) Suchmaschine nach einem bestimmten Produkt, so bekommt er all die Internet-Seiten aufgelistet, die das gesuchte Stichwort enthalten. Je nachdem, wie geläufig das jeweilige Wort ist, kann die Anzahl der gefundenen Dokumente durchaus mehrere Millionen erreichen und den Internetnutzer damit schier in Verzweiflung bringen, muss er doch zwangsläufig das Gefühl haben, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Dabei stellt sich meist schnell heraus, dass ein Großteil der Treffer in Wirklichkeit gar keine sind. Der Grund liegt darin, dass die Suchdienste jede einzelne Internetseite anzeigen, die auf irgendeiner Stelle das eingegebene Wort beinhaltet. Dabei spielt es keine Rolle, wie oft und in welchem Zusammenhang dieses vorkommt. Als Konsequenz ergibt sich dann, dass Seiten aufgezeigt werden, die nur am Rande oder im schlimmsten Fall gar nicht mit dem gesuchten Gegenstand in Verbindung stehen. Sucht man beispielsweise im Internet als Geschenk nach einer besonderen Blumenvase, so kann es mitunter passieren, dass man das Angebot eines Buchhändlers zu sehen bekommt, der u.a. ein Buch mit dem Wort -Blumenvase- im Titel offeriert. Vielleicht wird man aber auch in einem Blog-Eintrag lesen dürfen, dass Heike K. aus M. an der Ruhr bei einem Streit mit ihrem Freund die Blumenvase ihrer Großmutter hat zu Boden gehen lassen.
So kurios oder witzig auch mancher vermeintlicher Treffer sein mag, der geplagte User ist mit seiner Suche kein Stück weiter. Besser wäre es dagegen, die Suche gezielter zu gestalten, um schneller ans Ziel zu kommen. Genau dies ist auch die Aufgabe von Webkatalogen, die Ordnung und Struktur in die wahllos aufeinander folgenden Seiten bringen. Wie der Name schon sagt, sammeln diese nicht nur Informationen in Form von Web-Inhalten, sondern katalogisieren diese nach den einzelnen Bereichen ähnlich einer Bibliothek.
Den Unterschied zwischen einem herkömmlichen Suchdienst und einem Webkatalog kann man sich in etwa so vorstellen, als ob man z.B. nach einem Malermeister in dem gewöhnlichen Telefonbuch sucht. Wenn man Glück hat, gibt es dort vielleicht einen Eintrag, der nach der Branchenbezeichnung gelistet ist; ansonsten kann die Suche ohne die Kenntnis des Betriebsnamen zu einer endlosen Geschichte ausarten. Viel effektiver gestaltet sich dagegen solch ein Unterfangen, wenn man gleich zu den Gelben Seiten greift. Nichts anderes ist im Prinzip auch ein Webkatalog. Ein derartiges Verzeichnis ist thematisch nach Rubriken geordnet und ermöglicht so einen gezielten Klick. Der User hat die Sicherheit, dass sich hinter den jeweiligen Einträgen themenrelevante Inhalte verbergen. Je nach Fall kann es durchaus vorkommen, dass man durch das Anklicken einer Hauptrubrik eine Unterteilung in weitere Rubriken präsentiert bekommt, um die Suche noch enger einzugrenzen. Die erstgenannte erfüllt dann quasi die Funktion einer groben Orientierung, dient als der erste Schritt in die richtige Richtung. Üblicherweise stellt ein Webkatalog eine Zusammenstellung von Einträgen aus allen möglichen Bereichen dar; daneben gibt es aber auch eine Reihe von spezialisierten Katalogen, die nur bestimmte Themen, z.B. Finanzen, Immobilien oder Reisen, behandeln.
Wegen der höheren Effizienz ist generell davon auszugehen, dass gerade die Suche mit weitläufigen Begriffen bevorzugt in Webkatalogen und weniger in allgemeinen Suchmaschinen vorgenommen wird, weshalb kein Webmaster bzw. Website-Besitzer es unterlassen sollte, seine Online-Präsenz in thematisch sortierte Webverzeichnisse einzutragen. Nicht zuletzt wird dadurch auch die Suchmaschinen-Optimierung deutlich erhöht, da die Linkpopularität für die Platzierung einer Website unter den Suchtreffern eine wesentliche Rolle spielt. Bei der letztgenannten wird auch auf die Qualität großer Wert gelegt, die dadurch gewährleistet wird, dass die meisten Webkataloge redaktionell gepflegt werden und so die sprichwörtliche Spreu vom Weizen von vornherein getrennt wird. Davon profitiert am Ende sowohl der jeweilige Seitenbetreiber als auch der User auf der Suche nach guten Web-Inhalten.
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